Vom Nektar zum Nahrungsvorrat
Honig beginnt mit Nektar. Blüten sondern diese zuckerreiche Flüssigkeit ab, um Bestäuber anzulocken. Eine Sammelbiene speichert den Nektar vorübergehend in ihrer Honigblase. Bereits auf dem Rückflug fügt sie Enzyme hinzu und die Zusammensetzung beginnt sich zu verändern.
Im Stock übernehmen Stockbienen den Nektar, verarbeiten ihn weiter und tragen ihn in die Wabe ein. Frischer Nektar enthält noch viel Wasser. Die Bienen lassen ihn wiederholt über ihre Mundwerkzeuge laufen und belüften den Stock mit ihren Flügeln. Wasser verdunstet und der Inhalt wird dickflüssiger. Erst dann wird die Zelle mit einem dünnen Wachsdeckel verschlossen. So entsteht ein haltbarer Nahrungsvorrat.
Die Wabe als Mittelpunkt
Die sechseckigen Zellen bestehen aus Bienenwachs. Junge Arbeiterinnen erzeugen kleine Wachsschüppchen unter ihrem Hinterleib, kneten sie mit ihren Kiefern und bauen die Wabe. Sechsecke schließen lückenlos aneinander an und ergeben mit wenig Material eine stabile Konstruktion.
Waben speichern außerdem Pollen und enthalten die Zellen für die Brut. Sie sind die zentrale Arbeitsfläche des Volks. Auf Die Bienen erfahren Sie mehr über die Entwicklung im Jahresverlauf.
Von der verdeckelten Wabe ins Glas
Der Imker erntet nur reifen Honig. Viele verdeckelte Zellen sind ein wichtiges Zeichen, doch auch der Wassergehalt zählt, weil zu feuchter Honig gären kann. Gewöhnlicher Blütenhonig darf nach der europäischen Honigrichtlinie im Allgemeinen höchstens zwanzig Prozent Wasser enthalten.
Bei der Ernte werden die Wachsdeckel entfernt und die Rähmchen geschleudert. Die Fliehkraft löst den Honig aus den Zellen. Anschließend wird er gesiebt, darf ruhen und wird nach dem Abschöpfen von Luftblasen und feinen Wachsresten in saubere Gläser gefüllt.
Roh, erwärmt und gefiltert
Rohhonig ist im europäischen Honigrecht keine eigene gesetzliche Kategorie. Meist ist damit Honig gemeint, der nach der Ernte nicht stark erhitzt und nur schonend gesiebt wurde.
Erwärmen kann kristallisierten Honig verflüssigen, aber zu starke oder lange Wärme beeinträchtigt Enzyme und Aroma. Eine sehr feine Filtration kann fast alle Pollen entfernen. Gewöhnliches Sieben unterscheidet sich daher von der gesetzlichen Kategorie gefilterter Honig.
Blütenhonig und andere Honigarten
Blütenhonig entsteht aus Blütennektar. Honigtauhonig stammt überwiegend aus süßen Ausscheidungen, die Insekten auf Pflanzen hinterlassen. Dominiert eine Pflanzenart das Angebot, kann Honig etwa als Linden-, Akazien- oder Rapshonig bezeichnet werden. Bei gemischter lokaler Tracht passt die Bezeichnung Blütenhonig.
Nektarquellen, Wetter und Erntezeitpunkt beeinflussen Farbe, Geruch, Geschmack und Kristallisation. Honig vom selben Stand kann deshalb jedes Jahr anders ausfallen. Umgebung und Tracht zeigt die wichtigen Pflanzen rund um Wijk bij Duurstede.
Warum Honig manchmal flüssig und manchmal fest ist
Kristallisation ist natürlich und kein Zeichen von Verderb. Honig besteht hauptsächlich aus Glukose und Fruktose. Glukose löst sich schlechter und kann Kristalle bilden. Temperatur, feine Partikel und das Zuckerverhältnis bestimmen Tempo und Struktur.
Flüssiger Honig und Cremehonig sind nicht zwingend verschiedene Arten. Cremehonig wird kontrolliert gerührt, sodass viele kleine Kristalle entstehen. Grob kristallisierter Honig lässt sich vorsichtig im warmen Wasserbad verflüssigen.
Ist Honig gesund
Honig enthält neben Zucker geringe Mengen anderer Stoffe, aber zu wenig, um eine wichtige Vitamin- oder Mineralstoffquelle zu sein. Ernährungsphysiologisch bleibt er ein zuckerreiches Lebensmittel. Der Körper verarbeitet Glukose und Fruktose nicht anders, nur weil sie aus Honig stammen.
Honig kann dennoch Teil einer normalen Ernährung sein. Wegen seines kräftigen Geschmacks genügt oft wenig. Sinnvoll ist, ihn als Süßungsmittel und nicht als Gesundheitsprodukt zu betrachten. Der Mehrwert lokalen Honigs liegt in bekannter Herkunft, kurzer Lieferkette und direktem Landschaftsbezug. Das niederländische Voedingscentrum empfiehlt einen maßvollen Verzehr.
Babys unter einem Jahr dürfen keinen Honig bekommen, da er Sporen enthalten kann, die Säuglingsbotulismus verursachen.
Speisehonig gehört nicht direkt auf eine Brandwunde
Medizinischer Honig wird teilweise in der Wundversorgung verwendet, ist aber ein standardisiertes, kontrolliertes Medizinprodukt. Honig aus dem Glas ist nicht steril und gehört nicht auf Brandwunden oder offene Wunden. Eine Brandwunde sofort zwanzig Minuten mit lauwarmem, sanft fließendem Wasser kühlen und medizinischen Rat befolgen.
Aufbewahren und verwenden
Honig gut verschlossen, trocken und bei gleichmäßiger Raumtemperatur lagern. Ein Kühlschrank ist unnötig und beschleunigt häufig die Kristallisation. Immer einen sauberen, trockenen Löffel verwenden.
Honig eignet sich für Joghurt, Dressings, Marinaden, Gebäck und warme Getränke. Sein Geschmack bleibt am deutlichsten, wenn er nicht lange mitgekocht wird. Beim Backen bringt er Farbe und Feuchtigkeit, ersetzt Zucker wegen seines Wasseranteils aber nicht immer eins zu eins.
Quellen
Dieser Artikel wurde anhand von Informationen des niederländischen Voedingscentrum, der Europäischen Honigrichtlinie, von Thuisarts, Cochrane und Imkerij Bij de Stad geprüft.